C ‘est la Vie – Lyon & Languedoc

C ‘est la Vie – Lyon & Languedoc


Unser diesjähriger Urlaub sollte uns ins Languedoc und die Costa Azahar führen. Wir wollten einmal südlich von Lyon übernachten, danach ein paar Tage im Languedoc verbringen. Der Plan war, auf der Fahrt in den Süden auf einem Campingplatz südlich von Lyon zu übernachten, er sollte an der Strecke liegen und es sollte ein FKK-Camping sein. Wir wählten einen Platz oberhalb des Rhônetals für die erste Übernachtung aus, ein FKK-Camping Gelände in der Nähe von Tupin-et-Semons sein – der Campingplatz Domaine du Grand Bois. Die Fahrt führte uns über Serpentinen durch die Weinberge auf ein welliges Plateau oberhalb der Rhône. Was uns erwartet war ein in die Jahre gekommenes Gelände. Nach der Schranke fuhren wir durch ein Waldstück, mit Hütten und Campingwagen. Vorbei an der Gaststätte erreichten wir eine freie Fläche, die Stellplätze für Urlauber. Die Plätze waren nicht parzelliert.

Wir fanden einen ebenen Platz. Und der Blick von der Dusche in Rhônetal entschädigte für die Strapazen der Fahrt. Da wir ja in unserer Campingausstattung nur über einen Notkocher verfügen sind wir mehr oder weniger auf Gaststätten angewiesen. Die Speisekarte der Gaststätte machte zunächst einen guten Eindruck, wir ließen uns dann doch eines Besseren belehren, es gab nur Hot Dog avec Frites, Merguez avec Frites und Sausisse avec Frites, zu Deutsch eigentlich nur Würstchen mit Pommes. Wir wurden aber satt. Am folgenden Tag ging die Fahrt nach einer erholsamen Nacht weiter gen Süden. Bereits
kurz nach 12 erreichten wir den Campingplatz Serignan-Plage-Nature. Uns erwartete ein schöner Campingplatz mit Sandstrand (den wir als eingefleischte Kroatienurlauber als störend empfanden – in jeder noch so kleinen Ritze fand sich Sand) Die Benutzung des vorhandenen Schwimmbades und des Baleneo, einem Wellnessbad, mit Wasserdüsen und Wassertemperaturen von 27° C bis 33 ° C ist für FKKler von 09.00 bis 13.00 Uhr begrenzt.
Am Nachmittag steht dieser Bereich den textilen Campern zur Verfügung. Die Versorgung des Campingplatzes ist durchaus ausreichend, in den Gaststätten (2) ist abends leider Kleidung vorgeschrieben. Die Einrichtungen des Textilen Platzes kann man ebenfalls nutzen Hier befinden sich neben Lokalen ein Metzger, Bäcker, Fischladen und Lebensmittelladen. Will man die südfranzösische Küche genießen, ist man auf dem Campingplatz nicht an der richtigen Stelle, auch das Preis-Leistungsverhältnis passt nicht. Da wir aber einfach keine Lust hatten abends noch den Campingplatz zu verlassen begnügten wir uns mit den angebotenen Speisen der Campingrestaurants.

Wir entschlossen uns kurz vor Pamplona in Richtung Süden abzudrehen um unser anvisiertes Ziel in der Nähe von Enguera anzufahren. Wir beschlossen, auf die Gemütlichkeit der Landstraßen zu verzichten und soweit als möglich die spanischen Autobahnen zu nutzen, um das knapp 500 km entfernte Ziel noch am gleichen Tag erreichen zu können. Wir erreichten den in den Bergen von Enguera gelegenen FKK-Campingplatz Sierra Natura und wieder hatten wir Pech mit der Gaststätte, wir kamen zu spät zum Essen und mussten uns wieder mit der Salami begnügen – Gott sei Dank hatten wir auch noch eine Flasche „Roten“. C ́est la Vie.

Der Campingplatz erschien uns wie aus einer anderen Welt – der Fantasy Welt der Hobbits. Der Campingplatz wurde mit Liebe und viel Fantasie geplant
und gebaut. Er verfügt über einen etwas größeren Pool, ein Jacuzzi befindet sich in der Nähe des Pools, die Sauna ist vom Pool und den Sanitäreinrichtungen zugänglich. Das Restaurant bietet jeweils mittags und abends unterschiedliche, täglich wechselnde, Menüs an. Eine Auswahl
anderer Speisen gibt es nicht. Einziger Wehmutstropfen – der niederländische Koch orientierte sich mit seinen Speisen nicht an der spanischen Küche, es ist eine internationale Küche. Auf Tinas Nachfrage nach regional spanischen Gerichten konnten wir an den beiden folgenden Abenden leckere valencianische Gerichte genießen. Vom Campingplatz aus sind unterschiedliche FKK-Wandertouren bis zu 17 km möglich, bei der längsten Tour muss man allerdings an der Rezeption eines Textilcampingplatzes vorbei, auf den ca. 400 m ist Bekleidung erforderlich. Einziges Manko dieses Campingplatzes sind die zum Teil störenden Fliegen. Zur Fliegenabwehr kauften wir uns einen Ventilator, in der Hoffnung, dass er Abhilfe schaffen würde – es half nur mäßig. Ein Moskitonetz wird künftig zu unserer Standardausstattung unseres Campers gehören. Trotzdem genossen wir die Tage in Sierra die schönste Zeit geht zu Ende. Über Cap des Creus ging es nach Frankreich nach Le Palme, auf den FKK-Campingpatz le Clapotis. Die ehemals noch gute französische Küche – die wurde inzwischen von den mir verhassten fast-food-Gerichten abgelöst. Wo bleibt da die geliebte französische Esskultur mit ihren Moules-frites, ihrer Bouillabaisse oder auch ihren süßen Macarons – C ́est la Vie. Auch hat sich der Platz in unseren Augen auch sonst nicht zu seinem Vorteil geändert. Die nächste Nacht auf der Heimfahrt wollten wir auf dem FKK-Campingplatz Val Drôme de Soleil im Department Rhône-Alpes verbringen, den hatten wir vergangenen Herbst auf der Fahrt in die Camargue bereits schon mal aufgesucht. Zuvor besuchten wir noch gute Bekannte im Departement Rhône-Alpes und begrüßten auch Haika, den Golden Retriever.

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